Death Lake

In Graeme Phillips‘ Lovecraft orientiertem Magazin CYÄEGHA ist jüngst in englischer Übersetzung meine Story „Totensee“ erschienen. Das „German Special“ versammelt eine illustre Schar deutscher Phantastik-Autoren, so u.a Jörg Kleudgen und Eddie M. Angerhuber.

Am Abgrund: Manhatten 2059

Während die Welt zurzeit tatsächlich kriegslüstern am Abgrund entlangtaumelt, ist es in diesem Fall ein zukünftiges Manhattan, in dem – zum Glück rein fiktiv – Dan Adams ein düsteres und gleichzeitig actionreiches Szenario entwirft. Ich durfte den Roman lektorieren und fühlte mich teilweise an Bladerunner erinnert. Großes Kino also!

Forbidden Knowledge …

… heißt ein englischsprachiges Magazin, dessen Herausgeber Graeme Philips mich bat, meinen 2011 erschienenen Artikel „Das Mysterium der Eddie M. Angerhuber“ zu übersetzen und nachzudrucken. Erschienen und nachzulesen ist der Beitrag nun in FORBIDDEN KNOWLEDGE No.9.

Autor und Zeichner Ralf-Alex Fichtner verstorben

Mein lieber Kollege und Bruder im Geiste, der Schwarzenberger Künstler, Karikaturist, Krimi- und Phantastikautor Ralf-Alex Fichtner ist bereits vergangene Woche in der Nacht zu Mittwoch verstorben. Ralf Alex-Fichtner (RAF) wurde nur 69 Jahre alt. Wer den Mann mit dem Rauschebart und dem typischen Erzgebirge-Dialekt kannte, der wird sich an einen stets lebensbejahenden, freundlichen  und liebenswerten Menschen erinnern. Die schwarzhumorigen Cartoons (zum Beispiel für den „Eulenspiegel“) machten Ralf schon zu DDR-Zeiten bekannt. Als Autor kurzer und kürzester Krimis verstand er es ebenfalls, seinen ganz speziellen schwarzen Humor unters Volk zu bringen. Oft überschreitet sein Werk die Grenze zum Phantastischen, und auch der Horror lag ihm, dem Dario-Argento-Fan, sehr. Einige der besten seiner Horror-Kurzstorys erschienen in dem Buch „Fifty Shades of Grave“ (zusammen mit Claudia Puhlfürst und mir). Gemeinsam mit Claudia Puhlfürst erschien der opulente Bildband „Keiner kennt die Wahrheit“, in dem unheimliche und ungelöste Kriminalfälle neu aufgerollt wurden. Ebenso verlieh RAF  dem von mir verfassten Büchlein „Allerleigrau“ – neue deutsche grausame Kinderreime – das kollegiale grafische Beiwerk. Auch als Comic-Künstler hatte RAF seinen besonderen Stil, wie man sich in seinem Schauergeschichten-Buch „Vitrine des Grauens“ (Phillis Verlag) oder auch in „Kingsport“ (Basilisk-Verlag) überzeugen kann.  Für die Romanheftserie PROFESSOR ZAMORRA gestaltete RAF mehrere Cover  – weitere werden posthum folgen. Ein geplantes Buch mit Geistergeschichten für den Blitz Verlag konnte leider nicht mehr fertig gestellt werden. Zuletzt war der vielseitige Künstler mit Zeichnungen für ein Schulbuch sehr eingespannt.

Ralf hinterlässt seine Ehefrau und drei erwachsene Kinder.

In tiefer Trauer
Uwe

10 Jahre Fukushima: Dark Prophecy

Vor genau zehn Jahren schrieb ich noch am selben Tag unter dem Eindruck der schrecklichen Katastrophe das Gedicht „Black Prophecy“, das Jörg Kleudgen kongenial ergänzte und zu einem Songtext für seine Band The House of Usher umarbeitete. So steht der Song bis heute als bleibendes Mahnmal technischen Irrsinns, der sich gegen die Natur erhebt: THE HOUSE OF USHER – Dark Prophecy – YouTube

November

Als ich für die von Ellen Norten herausgegebene Anthologie „Das Alien tanzt Walzer“ meine Story „Der letzte Walzer“ schrieb, war Corona noch ein Fremdwort und die Auslöschung der Menschheit nur ein Gedankenspiel.
Der Schauplatz: Der Wiener Opernball.
Starring: Gott, der österreichische Justizminister und Conchita Wurst.

Gästehaus Seeblick, Allerseelen

Da bin ich wieder. So wie jeden Herbst sitze ich auf der Bank gegenüber und betrachte traurig deinen Untergang. Seitdem die alte Kurklinik nebenan aufgegeben wurde und ebenso wie du leer und trostlos vor sich hindämmert, warst auch du nicht mehr rentabel. Durch die fast kahlen Äste betrachte ich deine bröckelnde Jugendstilfassade, die sich aus dem Teppich aus welkem Laub erhebt.
Früh bricht die Dämmerung herein, unten am verwaisten Kurparksee ziehen die schwarzen Schwäne eine letzte Runde.
Da sehe ich die Bewegung an einem der Fenster im zweiten Stock. Ich erkenne deinen Schatten, und sofort ist er wieder gegenwärtig, jener Augenblick vor dreißig Jahren, als wir uns im Gästehaus das erste Mal begegneten.
Du schaust zu mir herunter und winkst mir zu.
Ich winke zurück, und einen Moment lang sind wir wieder vereint.
So wie an jedem Allerseelentag. Du und ich.
Das Einzige, das uns noch trennt, ist:
dass ich lebe.

Oktober

Erschienen ist im Zaubermond-Verlag die Fortsetzung der „Inquisititorin“. Unter dem Reihentitel HEXENHAMMER werden die Irrungen und Wirrungen der jungen Charlotte de Conde weitergesponnen.  „Alles Leid währt Ewigkeit“ ist als Buch, E-Book und atmosphärisch eingespieltes Hörbuch erhältlich.