Happy Halloween! Bart Simpsons Horror Show #16

Alle Jahre wieder … möchte man sagen. Bereits zum sechzehnten Mal bescheren uns die Simpsons Gruseliges zu Halloween. Es ist heimelig in Deutschland. Die Blätter fallen gerade rechtzeitig, ein launiger Indian Summer versetzt selbst den gruftigsten Misanthrop in heitere Stimmung. Die richtige Zeit also, um mal wieder Gruselcomics zu lesen. Also machen wir es uns gemütlich! Am besten mit der Lieblingsschmusedecke und einer 800 Gramm-Dose „Hariween“-Fruchtgummi.

Es beginnt sehr klassisch mit „Nosferatu – Eine Simpsonie des Grauens“. Wie immer für die Halloweenausgabe, geben sich auch diesmal bekannte Zeichner und Texter die Klinke in die Hand. In diesem Fall heißen die Kreativen Zander Cannon und Gene Ha (beide bekannt geworden mit „Top 10“). In grün-braunen Bildern, die an alte Stummfilme erinnern, wird der olle NOSFERATU-Klassiker so richtig zerfleddert. Übrigens ganz ohne Sprechblasen, aber ganz standesgemäß mit Zwischentitel. Die Story, in der sich Batholomäus zum Anwesen des Grafen Burlock aufmacht, ist bis auf die Pointe zwar nur wenig witzig, dafür aber umso atmosphärischer.
„Marsh of the Dead“ kommt dagegen in gewohnt knalligen Farben daher. Die Story ist konfus: Marge verletzt sich bei einem Lichtschwerterkamp und mutiert zum Zombie. Der beste Gag sind zwei Grabsteine auf dem Friedhof: Auf dem einen steht „VHS – Betamax‘ langsamer Bruder“, unter dem anderen liegt „MySpace – wir haben dich kaum gekannt“ begraben. Viele weitere Zitate und Bezüge sind in der Story versteckt. In Szene gesetzt haben sie Jane Wiedlin und  Bill Morrison.
Die beste Story kommt zuletzt: „Ernte des Grauens“ ist richtig schön trashig! Bart kauft auf dem Flohmarkt ein altes Horrorheft aus den fünfziger Jahren. Damals machten EC-Comics den Horror richtig populär. Logo, dass es daher viele Nachahmer gab. Da die richtig guten Zeichner und Texter aber alle schon bei EC angeheuert hatten, blieben für die anderen Verlage nur die zweit- und drittklassigen über. Für die „Ernte des Grauens“ zeichneten die Allerschlechtesten verantwortlich, und der Reiz dieser Story liegt darin, dass seitenweise aus dem Heft zitiert wird – gar nicht mal so übel! Der Clou des Ganzen: In Barts Comic fehlt die allerletzte Seite, und so macht er sich auf die Suche danach! Super in Szene gesetzt von Milton Gruntle, Slim Davenport und Jeremy Dosh!
Fazit: Einmal „Geht so“, ein kleiner Durchhänger und eine absolute Hammergeschichte – das verpflichtet letztlich zum Kauf! Und wem die 3 Euro 20 zu teuer sind, der kann wenigstens die beiliegende Stickertüte ja demnächst vor irgendeinem Schulhof weiterverscherbeln.

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PHANTAST: Sonderausgabe Frankfurter Buchmesse 2012

Vordergründig ist der PHANTAST nur ein Online-Magazin rund um das phantastische Genre. In Wahrheit ist es eindeutig das schönste! Jede der bisherigen Ausgaben bestach bisher durch exzellentes Artwort. Aber auch der Inhalt versteckt sich nicht hinter schönen Bildern oder Worthülsen, sondern ist sehr fundiert und vor allem mit Herzblut geschrieben. Dahinter stecken hauptsächlich Judith Gor und Jürgen Eglseer, die das Ganze koordinieren und mit ihren eigenen Beiträgen ein hohes Niveau vorgeben, was sowohl den Informationsgehalt wie den Unterhaltungswert betrifft.
Erstmals liegt nun eine Ausgabe des PHANTASTEN in gedruckter Form vor: Die Sonderausgabe zur Frankfurter Buchmesse wurde dort kostenlos verteilt. Zunächst einmal begeistert mich, dass sich der Qualitätsgedanke auch im Druck widerspiegelt. Die achtundvierzig Seiten sind durchweg vierfarbig gestaltet, und bereits das von Michael Marrak gestaltete Titelbild ist eine Augenweide. Science Fiction ist für mich immer etwas Düsteres, dieses Cover stellt mein Weltbild auf den Kopf: Es ist leicht und licht und von einer bizarren Ästhetik, wie sie nur Michael Marrak beherrscht.
Der Inhalt dreht sich – wie es das Thema vorgibt – hauptsächlich um die Messe, wobei auch die vergangene Büchermesse in Leipzig kurz gestreift wird. Für alle, die dieses Wochenende nicht in Frankfurt sind, ist der PHANTAST ein toller Ersatz: Die vielen zitierten Stimmen und Stimmungen ergeben zusammen mit den vorgestellten Büchern und Bildern ein rundum informatives Bild über die diesjährige Buchmesse und Buchmessen im Allgemeinen. Nicht aus der Sicht derjenigen, die dort ihre Lizenzgeschäfte machen, sondern aus der Sicht der Autoren, der Bücher- und Magazinmacher und Fans. Wobei ich vor allem Christoph Hardebusch zustimme: ein Tag in diesem Getümmel ist vollkommen ausreichend. Ich bin eh ein Fan der Leipziger Messe – aber ich mache ja auch keine Geschäfte 😉
Meine Highlights im Magazin sind … ach, eigentlich alle Beiträge! Na gut: die Neuedition der James Bond-Bücher hat mich besonders interessiert.
Wer kein Heft ergattert hat, kann es hier online lesen:
http://fictionfantasy.de/phantast